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Die Beherrschung der Burg ging einher mit der Beherrschung des Hochlandes und so ist es nicht verwunderlich, daß die umliegende Landschaft übersät ist mit Schlachtfeldern, auf denen das junge Schottland um seine Existenz kämpfte. Orte wie Bannockburn und Falkirk, um nur einige zu nennen, bergen noch heute die Erinnerungen sowohl an ruhmreiche Siege als auch an schmerzliche Niederlagen.

Und wie oft entschieden sich die Geschicke eines Landes auf diesen Feldern, die Stirling Castle in kaum meilenweitem Kreise umziehen
Theodor Fontane

Im Norden der Stadt strebt ein turmartiges Denkmal in die Höhe und erinnert an den Helden, der hier die gewaltigste Armee jener Zeit besiegte, William Wallace. In seinem Inneren kann man das Schwert bewundern, das Schottland den Weg in die Freiheit eröffnen sollte.

Nicht lange, nachdem man die bedrückende Atmosphäre des Glasgower Großraumes verlassen hat, eröffnet sich am Loch Lomond die befreiende Erhabenheit des Hochlandes. Gemessen an mitteleuropäischen Verhältnissen harmlos, für schottische Verhältnisse aber extrem, so präsentiert sich daher der Tourismus an diesem See. Die Umgebung des Sees ist sehr auf die Bedürfnisse der Besucher, die sich schon kurz nach Veröffentlichung von Scott's ‘Lady of the Lakes’ auf den Weg zu den Schauplätzen machten, zugeschnitten, sodaß sie ihre Ursprünglichkeit verlor. Der See wurde zu einem Touristengebiet wie andernorts degradiert und verlor somit seinen ursprünglichen Charme und seinen Ruf als "König der schottischen Seen". Hier vermißt man die überwältigende Einsamkeit des Hochlandes und wird stattdessen mit allen bekannten touristischen Annehmlichkeiten konfrontiert. Seine Aura und der mythische Klang, der diesen See so berühmt und zu einem Synonym für die Erhabenheit des schottischen Hochlandes macht, werden trotz allem nichts von ihrer Intensität verlieren. Im Jahre 2002 entschied man sich, hier Schottlands ersten Nationalpark zu schaffen.

Fontane, der die weiter nördlich gelegenen Seen nicht zu Gesicht bekam, war von diesem „noblen" See , wie er ihn nannte, sehr angetan. Das südliche Ende des Sees ist von kleinen Inseln durchsetzt, die eine Zuflucht für die Überreste des alten kaledonischen Waldes darstellen. Durch den See geschützt konnten sich hier die alten Bäume über die Jahrhunderte retten um uns heute einen Einblick in diese vergangene Bewaldung zu ermöglichen. Die Geschichte des Loch Lomond ist auch die Geschichte zweier Clans, die die Vorherrschaft mit dem Blut ihrer Untergebenen erringen wollten. Die aus dem Roman Walter Scots bekannten MacGregors und die Colqhouns führten gegenseitige Raubzüge, deren blutigstem im Jahre 1603 die Verbannung der MacGregors durch den König folgte.

Gegen Norden verengt der See sich zunehmend und wird bei Tarbet nur durch eine schmale Landbrücke vom Meeresarm des Loch Long getrennt. 'Tarbert' ist der an der Westküste gebräuchliche Name für solche Landbrücken, über die in der Vergangenheit Schiffe gezogen werden konnten. So auch im Jahre 1263, als der norwegische König Haakon hier vierzig seiner Schiffe zum Loch Lomond schleppen ließ, um seine Ufer mit Feuer und Schwert heimzusuchen.

Von unzähligen, besonders im Frühjahr und Herbst in ihrer Farbenpracht erstrahlenden, Laubbäumen wie Eichen, Buchen, Birken und Lärchen eingerahmt schlängelt sich am westlichen Ufer des Loch Lomond eine der Hauptrouten in das nördlich gelegene Hochland, die in den Sommermonaten dem anströmenden Verkehr nur sehr schwer Herr werden kann.